Half Dome

Half Dome

Der Half Dome mit seiner charakteristischen Form ist 2693 m hoch und das Wahrzeichen und sicher auch eine der meistfotografierten Attraktionen im Yosemite Nationalpark.

(Bild vom Glacier Point aus)

Jedes Jahr besteigen tausende Touristen den Half Dome, seit 2010 ist eine Permit notwendig. Die “Wilderness-Permit” kann vorher in der Online-Lotterie erworben werden oder mit Glück vor Ort in der Lotterie.

Auf dem Weg zum Half Dome (wenn man den Mist Trail wählt) kommt man an zwei weiteren Attraktionen des Yosemite NP vorbei: den Nevada Falls (ca. 180 m hoch) und den Vernal Falls (knapp 100 m hoch).

 

Die Wanderung zum Half Dome dauert nach meiner Erfahrung 10-12 Stunden, denn es sind 7 Meilen one-way ab dem Trailhead und ca. 1500 Höhenmeter sind zu überwinden.

Man sollte die Tour morgens sehr früh starten, am Besten vor 5:00 Uhr. Wir sind um 4:30 gestartet und waren um ca. 11:00 an den Cables angekommen. Gerade noch rechtzeitig, eine Stunde später war es sehr voll.

 

 

 

Wir wählten den Mist Trail und einen Teil des John Muir Trails. Auf dem Hinweg ist das eine gute Sache, da es der kürzeste Weg ist. Man ist fast allein und hört nur das Rauschen der Wasserfälle und das Zwitschern der Vögel. An den Treppen bei den Wasserfällen (Nevada Falls/ Vernal Falls) sollte man sehr achtsam sein, es ist sehr rutschig (gerade, wenn es noch dunkel ist!).

Auf dem Rückweg kann ich nur davon abraten, den Mist Trail an den Wasserfällen zu nehmen, auch wenn der John Muir Trail als Rückweg statt des Mist Trail etwas weiter ist. Es waren ziemlich ziemlich viele Touristen unterwegs, welche auf dem Weg zu oder von den Nevada Falls/ Vernal Falls waren. Wir erinnerten uns an die Stille vom frühen Morgen beim Hinweg, an welche vor lauter Krach nun gar nicht zu denken war. Die rutschigen Treppenstufen an den Wasserfällen sind wirklich sehr gefährlich (vor allem durch die vielen Touristen) –> hier kamen schon mehrere Menschen ums Leben! Gerade die Kombination aus den rutschigen Stufen, keinem Geländer, den vielen Menschen und dass man selber schon erschöpft von der Wanderung ist, macht es so schwierig.

Kurz vor dem Teil, für den eine Permit nötig ist, wartete eine Rangerin/ Dame vom “Yosemite Search and Rescue Team” und kontrollierte die Permits. Wir hatten unsere selber zu Hause schon ausgedruckt, die Gruppe vor uns zeigte die Permit auf dem Smartphone, was wohl auch ok ist/ war. Auch auf dem Rückweg begegneten wir auch einem Ranger, ich würde diesen Hike also wirklich nur mit Permit machen. Erst hatten wir gehört, man solle sich noch im “Wilderness Center” eine von dort ausgedruckte Permit holen, doch dort sagte man uns, dies sei nicht nötig. (Stand 2017) Fürs campen ist eine andere Permit nötig als für den Dayhike (es gibt auch einen Campingplatz, den “Little Yosemite Valley Campground”).

Mitnehmen sollte man außer genug Wasser/ Getränken und Snacks auch unbedingt ein paar Handschuhe für die Cables (solche mit Gummi an der Innenseite wie z.B. für den Garten). Bei unserem Besuch lagen auch einige Handschuhe hinter dem großen Stein rechts vor den Cables, doch darauf würde ich mich nicht verlassen. Von der Rangerin wurden wir auch gebeten, keine Handschuhe liegen zu lassen. Bärenspray benötigt man nicht, bzw. es ist sogar verboten. (Stand 2017)

Auf Höhe des Campgrounds geht es ein ganzes Stück eben und geradeaus, hier kann man sich etwas erholen und Kraft für das letzte Stück schöpfen.

Nach einiger Zeit sieht man weit entfernt den Half Dome, davor den Subdome, der den Half Dome verdeckt.

Schließlich erreicht man den Subdome. Ab hier darf man nur noch mit Permit weitergehen. Wenn man als Gruppe unterwegs ist, können hier die Gruppemitglieder, die nicht weiter möchten oder dürfen, warten. Die Besteigung des Subdomes gelingt mit sehr vielen Spitzkehren und ist mega anstrengend, gerade, weil man auch schon so viel gegangen ist und auch, da viele Höhenmeter überwunden werden müssen.

Man hat nach ein paar der Spitzkehren aber schon einen super Ausblick.

Wir machen (wie die anderen Hiker auch) immer wieder kurze Pausen. Schießlich hat man es geschafft und man schaut auf den Half Dome. Noch ein kurzes Stück, dann ist man schon an den Cables angekommen.

Nach einer kurzen Pause holten wir unsere mitgebrachten Handschuhe raus und begannen den Aufstieg des Half Dome an den Cables. Dies ist im Vergleich zum Subdome zwar anspruchsvoller aber wesentlich weniger anstrengend. Nun braucht man ca. 20-30 Minuten, um das letzte Stück zu meistern. Es ist zwar sehr steil und man darf wirklich keine Höhenangst haben, aber wenn man gelegentlich mal etwas Sport macht (was für die Wanderung ja allgemein Voraussetzung sein sollte), ist es kein Problem. Das Problem sind eher die Hiker, die einem entgegen kommen und dass man dann ausweichen muss (dass man sich dabei gut festhalten sollte, brauche ich wohl nicht zu erwähnen…).


Man wird mit einem grandiosen Ausblick über den Park belohnt. (Bei uns war dieser leider durch Waldbrände etwas getrübt.)


Wir brauchten ca. 12 Stunden insgesamt, von denen wir knapp 10 Stunden gewandert sind. Der Rückweg geht wesentlich leichter, da es die ganze Zeit bergab geht und ist (trotz der langen zurückliegenden Strecke) fast eine Erholung im Vergleich zum Hinweg. Der Weg hin ist wirklich nicht ohne und die meiste Zeit sehr anstrengend zu gehen (wegen der Höhenmeter größtenteils berauf) und auf keinen Fall ein “Sonntagsspatziergang”.

Die Tour ist super anstrengend aber wirklich sehr lohnenswert!

 

Bericht von 2017